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Rund um das Freiwilligenzentrum Fürth

20.12.2017

„Ich sorge dafür, dass es läuft!“

Kategorie: Archiv
Freiwilligen-Portrait Klaus Hetzer: Alles begann im Frühjahr 2015 als Klaus Hetzer in Altersteilzeit ging und nicht „zu Hause auf der Couch auf das Ende seiner Tage“ warten wollte. Der heute 62-jährige ist gelernter Elektroingenieur. Seit er vor zwanzig Jahren ein Niedrigenergiehaus gebaut hat, ist es ihm ein Anliegen, die immer weniger werdenden Ressourcen unseres Planeten möglichst nachhaltig zu nutzen. So kam dem Fürther die Idee zu einem Repair Café, also einem Ort, an dem man unkompliziert Hilfe bei der Reparatur nicht mehr funktionierender Elekto-Geräte bekommt. Und so wandte er sich an das Freiwilligenzentrum, wo er gleich Unterstützung fand.    

Innerhalb eines halben Jahres organisierte Klaus Hetzer das erste Repair Café, das seit November 2015 alle zwei Monate in der Kofferfabrik stattfindet; getragen von einem Team mit rund 15 Freiwilligen. „Die Leute können alles mitbringen was ein Kabel hat“, erzählt Klaus Hetzer. Nachdem er die Besucher begrüßt, kümmern sich dann die Reparateure je nach ihren Fähigkeiten um alles, was zu schade zum Wegwerfen ist. Das verlängert die Lebensdauer der Geräte und schont die Ressourcen, denn es muss nichts Neues gekauft werden.

 

Er selbst ist kein Bastler, was er gut kann ist organisieren. Bei ihm laufen die Fäden des Repair Cafés zusammen. Außerdem kümmert er sich darum, dass auch jüngere Menschen von dem Nachhaltigkeitsgedanken erfahren. So hält er z.B. Vorträge im Rahmen der Umweltwoche an der Krankenpflegeschule des Klinikums, wo die Auszubildenden auch gemeinsam mit den Reparateuren Handys auseinander nehmen können, um zu sehen, was da so alles drinsteckt.

 

Zusätzlich ist er im Projekt „Zimmer frei?!“ aktiv, wo er Wohnungen zwischen Vermietern und Geflüchteten vermittelt. Dieses Ehrenamt kostet ihn viel Energie, aber weil er sich allgemein gerne in Neues „reinfuchst“, schreckt ihn die Komplexität des bürokratischen Systems nicht ab. Dafür bekommt er ja viel zurück, gerade im privaten Bereich: „Wann habe ich das letzte Mal vor einem Kreißsaal gewartet bis ein Kind – hier das einer iranischen Flüchtlingsfamilie – da ist? Das war schon schön.“

 

Überhaupt scheint ihn das Ehrenamt zu erfüllen, auch wenn seine Frau sich manchmal wünscht, er wäre mehr Zuhause. Aber sie wolle lieber einen zufriedenen Mann der dafür öfter mal weg ist, statt umgekehrt. Klaus Hetzer hält es nämlich nicht lange daheim aus. Viel lieber ist er unterwegs – zum Beispiel hat er vor drei Jahren angefangen Deutschland Stück für Stück mit dem Fahrrad zu umrunden. Im Bayerischen Wald hat er mit der ersten Etappe begonnen, ist inzwischen schon 3000 km gefahren und kam im vergangenen Sommer in Sylt an. Übernächstes Jahr, schätzt er, ist er dann mit der Runde fertig und wird seine Tour wieder im Bayerischen Wald beenden. Und wie er so ist, sind auch diese Routen detailliert geplant und organisiert.

Aber genauso wie im Ehrenamt kommt manches doch anders und es gibt immer wieder Überraschungen. Das sei aber gut so, denn das mache die Sache ja aus, und Offenheit für das Andere und Neue seien ihm sehr wichtig.

 

So empfiehlt er auch jedem, der ehrenamtlich tätig werden möchte, offen zu sein und vor allem sich selbst zu hinterfragen und sich über die eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. „Wenn man Themen findet die einem liegen, dann macht es auch Spaß“.