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Eine schöne Pflicht

.... nennt Eleonore Janofsky ihr wöchentliches Engagement beim Projekt ‚Hausaufgabenbetreuung‘ des Freiwilligen Zentrums Fürth. In diesem Portrait möchten wir sie vorstellen: Seit 2009 ist Eleonore Janofsky jeden Donnerstagnachmittag in der Grundschule Frauenstraße aktiv. „Der Termin ist in Stein gemeißelt“, erzählt sie schmunzelnd. Je eine Stunde betreut sie derzeit drei Kinder zwischen neun und zehn Jahren, einen Jungen mit albanischem und zwei Mädchen mit russischem Hintergrund, so dass der Nachmittag gut ausgefüllt ist.

Im Vordergrund steht hierbei die Hilfe beim Lesen, da für die Mehrzahl der Kinder Deutsch nicht die Muttersprache ist und die Eltern nicht immer helfen können. Mindestens ebenso wichtig ist es aber auch, viel mit den den Kindern zu sprechen und zu spielen. „Ich bewundere die Kinder“, erzählt Eleonore Janofsky weiter, „denn auch sie haben oft einen langen Arbeitstag um all die schulischen Anforderungen zu meistern.“

Frau Janofsky kann sich gut in die Lage dieser Kinder versetzen, ist sie doch selbst eines von vier Geschwistern mit ‚Migrationshintergrund‘. Die Eltern waren Rumäniendeutsche, die nach dem Zweiten Weltkrieg flüchten mussten und in Steppach/Oberfranken eine neue Heimat fanden. Dort wurde Eleonore Janofsky vor 67 Jahren geboren.

Nach der Schulzeit kam sie nach Fürth wo sie über 40 Jahre lang bei einer Baufirma als Sekretärin und Lohnbuchhalterin beschäftigt war. „Eine sehr interessante, aber manchmal auch schwierige Zeit, wie etwa in den neunziger Jahren, als die Baubranche durch eine schwere Krise ging.“ Spannend empfand sie ihre Arbeit, weil sie mit vielen unterschiedlichen Nationalitäten zu tun hatte, denn es war die Zeit der 'Gastarbeiterwelle'.

„A propos Gastarbeiter oder Migranten“, wirft sie ein, „ich mag diese Etiketten nicht und ich nenne sie einfach ‚Leute, die nach Deutschland kommen‘. Und die wussten ja wirklich nicht, was auf sie zukommt. Da habe ich schon so einige Schicksale miterlebt und versucht zu helfen, wo es ging. Und von ‚Integration‘ war damals überhaupt nicht die Rede“.

Diese Erfahrungen und ihr eigener familiärer Hintergrund waren die Motivation, sich nun ehrenamtlich um solche Kinder zu kümmern und sie ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. „Erfahrungen von der Großmuttergeneration zur Kindergeneration“ bemerkt sie mit dem ihr eigenen, gütig-verschmitzten Lächeln.

Ob sie manchmal noch Besuch von ‚Ehemaligen‘ bekommt? „Eigentlich nicht“, bedauert Eleonore Janofsky. Wenn die Kinder auf weiterführende Schulen gehen, sei das ein neuer Lebensabschnitt und da denke man erst mal nicht mehr an die Grundschule. Eine wird sich sicher noch an Frau Janofsky erinnern, das Mädchen mit den gehörlosen Eltern, die viel reden und vor allem lautstark Volkslieder singen wollte.

"Ich habe sehr viele schöne Erinnerungen, auch einige wenige nicht so schöne, aber es sind halt alles eigene, kleine Persönlichkeiten auf die ich mich jeden Donnerstag freue.“

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