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No Problemo - wenn das Kind Erfolg hat

„Ich bin selbst sehr ungern in die Schule gegangen“, sagt Frank-Michael Lacis. Sitzt man dem 64-jährigen sympathischen Rentner gegenüber, mag man das kaum glauben. Begeistert erzählt er von seinem erfolgreichen Berufsleben als Leiter des Rechnungswesens eines Bildungsträgers, das bereits hinter ihm liegt. Und ebenso begeistert erzählt er von den Schülern, denen er nun jeden Dienstag und Donnerstag in der „No Problemo“- Hausaufgabenbetreuung des Caritasverbands Fürth hilft. Da ist z. B. die Schülerin, die ursprünglich aus dem Irak kommt und selbstständige Kosmetikerin werden wollte.

Herr Frank-Michael Lacis

Musste er sie anfangs von der Sinnhaftigkeit solcher Schulfächer wie Mathematik und Rechnungswesen überzeugen, „schreibt sie mittlerweile auch mal ‘ne Eins in Mathe“, schwärmt Lacis. Im nächsten Jahr wird sie ihre Mittlere Reife ablegen. Und ein Ausbildungsangebot als Zahnarzthelferin wartet auch schon.Es sind diese Erfolgsmomente, die Lacis immer wieder in seinem ehrenamtlichen Tun bestärken. „Das kann man gar nicht mit einem Gehalt aufwiegen, wenn das Kind Erfolg hat und man was bewirkt“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Mit zwei weiteren Freiwilligen betreut er nun schon seit Anfang 2009 18 Haupt-, Mittel- und Realschüler, vorrangig mit Migrationshintergrund, bei ihren Hausaufgaben.

Die Motivation dazu kam mit dem Ruhestand. „Ich wollte unbedingt an andere was weitergeben. Dann war die Frage, was und an wen“, resümiert der alleinstehende Lacis. Da er früher seiner jüngsten Schwester und später seiner Nichte oft bei den Hausaufgaben half, war die Frage schnell beantwortet. Sein nächster Schritt führte ihn zum Beratungsgespräch ans Freiwilligen Zentrum Fürth (FZF), wo ihn die hauptamtliche Mitarbeiterin Erna Kiehnlein an das Caritas-Projekt verwies. Nach einem Telefonat sprang der Funke endgültig auf Lacis über und die Hausaufgabenbetreuung war beschlossene Sache.

Und der Funke glüht bis heute. Die Projektverantwortliche bei der Caritas Cäcilia Olszynski und Geschäftsführer Christian Hoffmann stärken den Freiwilligen immer wieder den Rücken. In regelmäßigen Teambesprechungen können die Freiwilligen sich austauschen, Probleme besprechen und pädagogischen Rat einholen. Darüber hinaus gibt es Workshops zum Thema Migration und zu den kulturellen Hintergründen der verschiedenen Schüler. Dass Lacis selbst mal ungern zur Schule gegangen ist, sieht er als Pluspunkt im Umgang mit den Kindern. Denn oft sei viel Geduld, Ausdauer und gutes Zureden nötig, bevor sie Fortschritte erzielten, so Lacis. Er selbst hat später sein Abitur nachgeholt und ein BWL-Studium absolviert. Sicherlich ist diese persönliche Geschichte auch eine kleine Motivation für manchen Schüler.

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