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Gesucht und gefunden

„Ich wollte was machen, ich hab was gesucht und gefunden.“ So einfach und bescheiden fasst Elena Ginder zusammen, wie sie zu ihren vielseitigen ehrenamtlichen Tätigkeiten gekommen ist. Dabei bedarf es schon ein paar Worte mehr, ihren engagierten Weg zu beschreiben. 2001 kam die heute 36-jährige gebürtige Russin mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern nach Fürth. Neben der sprachlichen Hürde musste sie zunächst auch berufliche Schwierigkeiten überwinden. Ihr russischer Hochschulabschluss in Psychologie und Pädagogik war in Deutschland nicht anerkannt und ein beruflicher Neubeginn damit unausweichlich.

Frau Elena Ginder

Über die Zeit damals berichtet die willensstarke Frau: „Ich wollte was unternehmen, ich konnte nicht zu Hause bleiben.“ So empfindet es Ginder heute noch als Glück, dass sie vor sechs Jahren vom damaligen Zentrum Aktiver Bürger, jetzt Freiwilligen Zentrum Fürth (FZF), erfuhr. Nach einem Beratungsgespräch mit dem hauptamtlichen Mitarbeiter Felix Trejo war schnell ein erstes Einsatzfeld gefunden und die junge Frau engagierte sich im Kindergarten und später im Hort.

Doch dabei blieb es nicht. Seit vier Jahren ist sie in der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland tätig und leitet dort einen Schulvorbereitungskurs für drei- bis sechsjährige Kinder. „Den Kindern Hoffnung zu geben, dass du alles schaffen kannst“, sei ihr besonders wichtig, sagt Ginder lächelnd. Es sei ihr ein Anliegen, Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln, unterstreicht sie mit ihrer ansteckenden Begeisterung. Dass sie mit ihrem Engagement etwas bewegen will, sieht man auch daran, dass sie sich als Mitglied im Integrationsbeirat der Stadt Fürth politisch in das lokale Geschehen einbringt.

Über all die Jahre hat Ginder den Kontakt zum FZF gehalten. Sie unterstützt Felix Trejo beim Projekt „Muttersprachliches Vorlesen im Kindergarten“ und hilft bei Übersetzungsarbeiten.

Mittlerweile hat Ginder ein Sozialpädagogikstudium erfolgreich abgeschlossen und arbeitet seit Mai dieses Jahres als Erzieherin in einem Fürther Kindergarten. Doch ihre Aktivitäten liegen deswegen nicht brach. Es gefalle ihr, anderen Menschen zu helfen, bekräftigt die freundliche Frau. „Vielleicht ist das irgendwie bei mir im Blut“, meint sie lachend und berichtet von ihrem Großvater, ehemaliger Leiter einer Schule für schwer erziehbare Kinder, und ihrer Mutter, die stellvertretende Direktorin einer Schule in Russland war. Es scheint, sie hat in ihrer neuen Heimat gefunden, wonach sie gesucht hat. Nur ein Ziel hat sie momentan noch: In Zukunft möchte sie die Wochenenden für gemeinsame Unternehmungen mit ihrem Mann und ihren nunmehr drei Kindern freihalten.


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